
V2L-Adapter
Das Auto als Steckdose: Camping, Baustelle, Stromausfall. Nur bei Modellen mit V2L-Funktion.
Das Auto wird zur Steckdose: Mit einem Adapter am Ladeport betreibst du Kaffeemaschine, Werkzeug oder Campinglampe, meist mit 2 bis 3,6 kW.
V2L heißt Vehicle-to-Load: Ein Adapter im Ladeanschluss macht aus dem Auto eine Schuko-Steckdose. Bei BYD, MG und Leapmotor ist die Funktion bei fast allen Elektromodellen Serie, bei deutschen Herstellern oft Aufpreis oder gar nicht lieferbar. Für dich ist das relevant, wenn du campst, im Garten oder auf der Baustelle Strom brauchst oder bei einem Stromausfall den Kühlschrank am Laufen halten willst.

Jedes E-Auto hat einen Bordlader, der Wechselstrom aus der Wallbox in Gleichstrom für den Akku wandelt. Bei V2L läuft dieser Weg rückwärts: Der Akku liefert Gleichstrom, das Auto macht daraus 230 Volt Wechselstrom und gibt ihn über den Ladeanschluss ab. Dafür brauchst du einen aktiven Adapter, der dem Auto den Entlademodus signalisiert. Ein einfacher Stecker ohne Elektronik funktioniert nicht. Der Adapter hat auf der einen Seite den Typ-2-Stecker, auf der anderen eine oder zwei Schuko-Dosen.
Wie viel Leistung du bekommst, bestimmt der Hersteller. Der ADAC hat im September 2026 sechs Autos gemessen: Im Dauerbetrieb lagen alle unter 3,7 kW. Der BYD Seal lieferte 3,5 kW, der MG4 2,7 kW. BYD nennt für den Dolphin bis 3,3 kW und für den Tang bis 4 kW, Leapmotor gibt für B03X, B05, B10 und C10 jeweils 3,3 kW an. Zum Vergleich: Eine normale Haushaltssteckdose ist mit 16 A abgesichert und liefert maximal 3,6 kW.
Mit 2,7 bis 3,5 kW betreibst du einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, eine Kühlbox, einen Laptop, Ladegeräte für Akkuwerkzeug, eine Lichterkette oder einen kleinen Elektrogrill. Ein 60-kWh-Akku hat etwa 40-mal so viel Energie wie eine große Powerbank. Der ADAC rechnet vor: Bei 450 W Dauerlast hält ein 60-kWh-Akku rund fünfeinhalb Tage. Ein Kühlschrank zieht im Schnitt deutlich weniger, du kommst also bei einem Stromausfall mehrere Tage mit dem Auto aus.
Im Test schalteten alle sechs Autos bei einem Kurzschluss sofort ab, Adapter und Hochvoltsystem blieben unbeschädigt. Geräte mit hohem Anlaufstrom, etwa Kompressoren oder Kreissägen, vertrugen BYD Seal und MG4 laut ADAC sehr tolerant. Das ist nicht bei jedem Hersteller so, der XPeng G9 reagierte sehr empfindlich. Für die Baustelle ist das der entscheidende Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer nutzlosen Steckdose.

V2L ist kein Vehicle-to-Home und kein Vehicle-to-Grid. Du kannst damit weder das Haus über den Zählerschrank versorgen noch Strom ins Netz verkaufen. Dafür braucht es eine bidirektionale Wallbox, einen passenden Zähler und ein Auto, das das Protokoll beherrscht. In Deutschland ist das 2026 bei wenigen Modellen und Anbietern möglich, bei BYD, MG und Leapmotor ist uns kein freigegebenes Angebot bekannt. Der ADAC stellt klar: Ein Wohnwagen, ein Gebäude oder eine Hausinstallation darf nur nach elektrotechnischer Prüfung und mit Schutzmaßnahmen angeschlossen werden.
Eine zweite Grenze ist der Eigenverbrauch. Sobald V2L aktiv ist, laufen Bordlader und Steuergeräte mit, im ADAC-Test 390 bis 500 W, beim BYD Seal 440 W und beim MG4 400 W. Das ist so viel wie ein Einfamilienhaus nachts, und es fällt auch an, wenn das angeschlossene Gerät gerade nichts zieht. Über eine Nacht sind das 3 bis 4 kWh, also 20 bis 25 km Reichweite. Und alle Hersteller untersagen V2L bei Regen, obwohl manche Adapter wassergeschützt sind.
Bei BYD ist V2L bei allen Elektromodellen und auch bei den Plug-in-Hybriden Serie, der Adapter liegt laut ADAC beim Seal ohne Aufpreis bei. MG und Leapmotor führen die Funktion ebenfalls serienmäßig, der Adapter ist je nach Modell dabei oder Zubehör. Bei deutschen und koreanischen Herstellern ist V2L oft an eine höhere Ausstattung gebunden oder kostet als Paket mehrere hundert Euro extra. Der ADAC nennt die Kosten dort „ziemlich hoch“.
Sparen tust du vor allem den Generator. Wer bisher ein Benzin-Stromaggregat fürs Camping oder den Garten hatte, braucht es nicht mehr: kein Lärm, keine Abgase, kein Benzinkanister. Und der Strom aus dem Akku kostet, was du zu Hause an der Wallbox bezahlt hast. Bei einem Stromausfall ersetzt das Auto eine Notstromlösung für Kühlschrank, Router und Licht, ohne dass du etwas vorhalten musst.
Beim BYD aktivierst du die Funktion mit einem Knopf am Adapter, beim MG4 über einen Touchbutton im Display. Der ADAC kritisiert, dass die Hersteller das schlecht erklären und Fehlermeldungen wie „OBC prüfen“ niemandem weiterhelfen. Probier V2L deshalb einmal zu Hause aus, bevor du es auf dem Campingplatz brauchst. Schalte Geräte vor dem Anschließen aus und stecke sie erst dann ein, wenn die Steckdose aktiv ist.
Schließ nur Geräte an, die zusammen unter der Leistungsgrenze deines Autos bleiben. Ein Wasserkocher mit 2.000 W plus Kaffeemaschine mit 1.200 W ist beim MG4 schon zu viel. Prüfe, ob der Adapter im Betrieb verriegelt ist; bei manchen Herstellern lässt er sich unter Last abziehen, was der ADAC bemängelt. Lass das Auto nicht unter 20 % Ladestand fallen, damit du noch zur nächsten Ladesäule kommst, und schalte V2L aus, wenn du nichts mehr brauchst, sonst zieht der Eigenverbrauch den Akku leer.
Dauerleistung des BYD Seal im ADAC-V2L-Test, Eigenverbrauch 440 W, Adapter ohne Aufpreis dabei
Quelle, 15.9.2026Dauerleistung des MG4 im ADAC-V2L-Test, Eigenverbrauch 400 W, Aktivierung per Touchbutton im Display
Quelle, 15.9.2026Eigenverbrauch im V2L-Modus über alle sechs getesteten Autos, laut ADAC so viel wie ein Einfamilienhaus nachts
Quelle, 15.9.2026ADAC-Rechnung: 60-kWh-Akku bei 450 W Dauerlast, bis der Akku leer ist
Quelle, 15.9.2026Leapmotor-Angabe für V2L bei B03X, B05, B10 und C10 (Preislisten)
Quelle, 1.10.2026BYD-Angabe für V2L beim Tang (Broschüre); Dolphin bis 3,3 kW
Quelle, 20.10.2026Nur einzelne Geräte per Verlängerungskabel. Eine Einspeisung ins Hausnetz ist V2H und braucht eine bidirektionale Wallbox, einen Zähler und ein freigegebenes Auto. Bei BYD, MG und Leapmotor gibt es das in Deutschland 2026 nicht.
Das Auto bestimmt die Grenze. Der ADAC hat beim MG4 2,7 kW und beim BYD Seal 3,5 kW gemessen, egal welcher Adapter dran hängt. Ein Adapter mit 3,6 kW Aufdruck macht aus dem MG4 keinen 3,6-kW-Generator.
Doch. Im V2L-Modus laufen Bordlader und Steuergeräte, der ADAC hat 390 bis 500 W Eigenverbrauch gemessen. Über Nacht sind das 3 bis 4 kWh.
Kommt aufs Auto an. BYD Seal und MG4 vertrugen im ADAC-Test Einschaltströme sehr tolerant, andere Hersteller schalteten empfindlich ab. Kompressor oder Kreissäge sind also möglich, aber nicht garantiert.
BYD hat V2L bei jedem Elektromodell vom Dolphin Surf bis zum Tang an Bord und auch bei den Plug-in-Hybriden Seal U DM-i, Atto 2 DM-i und Dolphin G DM-i; die Broschüren nennen bis 3,3 kW beim Dolphin und bis 4 kW beim Tang, der ADAC hat beim Seal 3,5 kW Dauerleistung gemessen. MG führt V2L bei allen Elektromodellen serienmäßig, vom MG4 Urban bis zum IM6; der ADAC kam beim MG4 auf 2,7 kW. Leapmotor gibt für B03X, B05, B10 und C10 3,3 kW an, nur der kleine T03 hat kein V2L. Wer die Steckdose im Auto als festen Teil seines Alltags sieht, etwa fürs Camping, ist mit BYD und Leapmotor etwas besser bedient als mit MG.

Das Auto als Steckdose: Camping, Baustelle, Stromausfall. Nur bei Modellen mit V2L-Funktion.
BYD Dolphin Surfab 23.490 € · 220 km–322 km · Kleinwagen
BYD Dolphinab 33.990 € · 427 km · Kompakt
BYD Atto 2ab 41.990 € · 430 km · SUV
BYD Atto 3 Evoab 44.990 € · 470 km–510 km · SUV
BYD Sealab 47.990 € · 460 km–570 km · Limousine
BYD Tangab 75.000 € · 530 km · SUV
BYD Seal U DM-iPlug-in-Hybridab 44.990 € · elektrisch 70 km–125 km · SUV
BYD Atto 2 DM-iPlug-in-Hybridab 35.990 € · elektrisch 40 km–90 km · SUV
BYD Dolphin G DM-iPlug-in-Hybridab 28.990 € · elektrisch 40 km–105 km · Kleinwagen
MG4 EVab 42.990 € · 405 km–545 km · Kompakt
MG4 EV Urbanab 24.990 € · 325 km–416 km · Kompakt
MG IM5ab 53.990 € · 575 km–710 km · Limousine
Leapmotor B03Xab 25.400 € · 292 km–382 km · SUV
Leapmotor B05ab 30.900 € · 482 km · Schrägheck
Leapmotor B10ab 32.900 € · 450 km · SUV
Leapmotor C10ab 38.600 € · 430 km–510 km · SUVVehicle-to-Load: Das Auto gibt über einen Adapter im Ladeanschluss 230-Volt-Wechselstrom an normale Geräte ab, mit 2,7 bis 3,5 kW je nach Modell.
Alle Elektro-BYD und die BYD-Plug-in-Hybride, alle Elektro-MG (MG4, MG4 Urban, MGS5, MGS6, Cyberster, IM5, IM6) sowie Leapmotor B03X, B05, B10 und C10. Der Leapmotor T03 und der MG HS PHEV haben es nicht.
Der ADAC rechnet bei 450 W Dauerlast mit rund fünfeinhalb Tagen aus einem 60-kWh-Akku. Mit Kühlbox, Licht und Laptop kommst du ein Wochenende locker hin, plane aber Reserve für die Heimfahrt ein.
Ja, mit Verlängerungskabel vom Auto zum Gerät. Nicht ins Hausnetz einspeisen, das ist V2H und braucht eine bidirektionale Wallbox mit Prüfung.
Im ADAC-Test schalteten alle Autos bei Kurzschluss sofort ab, ohne Schaden. Schwächen sind unverriegelte Adapter und unklare Fehlermeldungen. Bei Regen ist V2L bei allen Herstellern untersagt.
Das Auto überwacht die Abgabe selbst und trennt bei Kurzschluss. Für den Anschluss von Geräten im Freien gilt wie an jeder Steckdose: Geräte und Kabel müssen für den Außeneinsatz geeignet sein. Für Wohnwagen oder Gebäude braucht es laut ADAC eine elektrotechnische Prüfung.
Stand 20.10.2026. Keine Produktempfehlung, keine Kaufberatung im Rechtssinn.
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