Anhängelast

So viel darf ein gebremster Anhänger wiegen; Fahrradträger brauchen nur eine Stützlast, aber eine freigegebene Kupplung.

Die Anhängelast sagt, wie schwer ein Anhänger sein darf, den dein Auto ziehen darf. Sie steht in den Fahrzeugpapieren und ist bei E-Autos oft niedriger als bei vergleichbaren Verbrennern oder fehlt ganz. Wer Wohnwagen, Pferdeanhänger oder auch nur einen Fahrradträger auf der Kupplung plant, muss das vor dem Kauf klären, nicht danach.

Anhängelast, Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert (Kennzeichnung)
Inhalt
  1. Was die Anhängelast ist
  2. Was es dir im Alltag bringt
  3. Was der Anhänger an Reichweite kostet
  4. Wo die Grenzen sind
  5. Was es kostet und was es spart
  6. Zahlen, die du kennen solltest
  7. Worauf du achten musst
  8. Was oft falsch erzählt wird
  9. So machen es BYD, MG und Leapmotor
  10. Passendes Zubehör, worauf du achtest
  11. Modelle mit Anhängelast
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen

Was die Anhängelast ist

Der Hersteller legt bei der Typgenehmigung fest, wie viel ein Auto ziehen darf. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen zwei Werte: die gebremste Anhängelast (Feld O.1) für Anhänger mit eigener Auflaufbremse und die ungebremste (Feld O.2) für kleine Anhänger ohne Bremse. Dazu kommt die Stützlast, also das Gewicht, das senkrecht auf den Kugelkopf der Kupplung drücken darf. Sie steht unter Ziffer 13.

Bei E-Autos ist die Anhängelast nicht nur eine Frage der Motorkraft. Drehmoment haben sie genug. Der Hersteller muss aber nachweisen, dass Kühlung, Bremsen, Hinterachse und Karosseriestruktur die Dauerlast aushalten, und er muss die Kupplung in der Typgenehmigung mit einschließen. Spart er sich den Aufwand, steht in den Papieren eine Null. Dann darf keine Kupplung mit Zuglast eingetragen werden, egal, was ein Zubehöranbieter verspricht.

Was es dir im Alltag bringt

Mit 750 kg gebremst ziehst du einen kleinen Anhänger für Baumarkt, Grünschnitt oder ein Motorrad. 1.500 kg reichen für einen kompakten Wohnwagen oder einen Pferdeanhänger mit einem Pferd, 2.000 kg für die meisten Familien-Wohnwagen. Bei den hier gelisteten Modellen reicht die Spanne von 500 kg (MG4) über 750 kg (MGS5, BYD Atto 2 DM-i, Leapmotor B10 Hybrid-EV) bis 1.500 kg (BYD Atto 3 Evo, Seal, Sealion 7, Tang, Leapmotor C10, MGS6, IM5, IM6, MG HS PHEV) und 2.000 kg beim MGS9 PHEV.

Für viele Käufer ist aber gar nicht der Anhänger entscheidend, sondern der Fahrradträger. Der braucht keine Anhängelast, nur eine Kupplung und eine ausreichende Stützlast. Zwei E-Bikes wiegen schnell 25 bis 30 kg pro Stück, dazu kommt das Eigengewicht des Trägers. Das muss zusammen unter der Stützlast bleiben. Der ADAC hat deshalb bei seinem Trägertest mit Rädern von bis zu 30 kg je Stück geprüft.

BYD Atto 3 Evo
BYD Atto 3 Evo: Anhängelast 1.500 kg gebremst · Foto: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0

Was der Anhänger an Reichweite kostet

Der ADAC hat 2022 an einem Kia EV6 gemessen, was Anbauten und Anhänger ausmachen. Ein leerer Baumarktanhänger fiel kaum auf, etwa 1 Prozent Mehrverbrauch. Ein Fahrradträger am Heck kostete rund 8 Prozent, zwei Räder auf dem Dach rund 25 Prozent. Mit Wohnwagen verdoppelte sich der Verbrauch: plus 54 Prozent bei 80 km/h, plus 79 Prozent bei 90 km/h, plus 103 Prozent bei 100 km/h, jeweils bezogen auf die Referenzfahrt mit 120 km/h ohne Anhänger.

Praktisch heißt das: Mit Wohnwagen bleibt etwa die halbe Reichweite. Aus 450 km WLTP werden grob 200 km, auf der Autobahn eher weniger. Dazu kommt, dass du an vielen Schnellladern mit Anhänger nicht in die Ladebucht passt und abkuppeln musst. Wer regelmäßig mit Wohnwagen fährt, braucht daher einen großen Akku und schnelles Laden, nicht nur eine hohe Anhängelast. Tempo hilft am meisten: Je langsamer, desto geringer der Aufschlag.

Wo die Grenzen sind

Eine hohe Anhängelast nützt wenig, wenn die Kupplung dazu fehlt. Für viele chinesische Modelle gibt es in Deutschland noch keine Herstellerkupplung, sondern nur Lösungen von Zubehöranbietern. Die brauchen eine ABE oder EG-Typgenehmigung für genau dieses Modell und einen fahrzeugspezifischen Elektrosatz. Bei E-Autos muss das Steuergerät den Anhänger oft erst freigeschaltet bekommen, sonst erkennt das Auto den Anhänger nicht und Assistenzsysteme wie der Totwinkelwarner oder die Rückfahrsensoren reagieren falsch.

Die Stützlast ist der zweite Engpass. Sie liegt bei vielen Modellen deutlich unter dem, was ein Träger mit zwei E-Bikes wiegt. Dann bleibt nur ein leichter Träger oder ein Rad weniger. Und bei Modellen ohne Anhängelast (BYD Dolphin, Dolphin Surf, Seal U, Leapmotor T03, B05, B10 BEV, MG Cyberster) bieten Händler teils eine Kupplung nur für Fahrradträger an, ohne Zuglast. Dann darfst du nichts ziehen, auch keinen leeren Anhänger.

Was es kostet und was es spart

Eine nachgerüstete Kupplung mit Elektrosatz und Einbau kostet bei E-Autos mehr als beim Verbrenner, weil der Elektrosatz aufwendiger ist und oft eine Freischaltung dazukommt. Konkrete Preise hängen vom Modell und Anbieter ab, frag vor der Bestellung beim Händler nach einem Komplettpreis inklusive Eintragung. Im Gegenzug sparst du dir das zweite Auto oder den Mietwagen für den Jahresurlaub. Und wer nur Räder transportiert, kann auf eine Kupplung ohne Zuglast ausweichen, die meist günstiger ist.

Zahlen, die du kennen solltest

+103 %

Mehrverbrauch Wohnwagen bei 100 km/h

Mehrverbrauch eines Kia EV6 mit Wohnwagen bei 100 km/h gegenüber der Referenzfahrt mit 120 km/h ohne Anhänger (ADAC-Test)

Quelle, 9.8.2022
+54 % / +79 %

Mehrverbrauch Wohnwagen bei 80/90 km/h

Mehrverbrauch mit Wohnwagen bei 80 km/h bzw. 90 km/h (ADAC-Test)

Quelle, 9.8.2022
ca. +8 % / ca. +25 %

Mehrverbrauch Fahrradträger und Dachräder

Mehrverbrauch mit Fahrradträger am Heck bzw. zwei Rädern auf dem Dach bei 120 km/h (ADAC-Test)

Quelle, 9.8.2022
ca. +1 %

Mehrverbrauch leerer Anhänger

Mehrverbrauch mit leerem Baumarktanhänger (ADAC-Test)

Quelle, 9.8.2022
bis 30 kg je Rad

Geprüftes E-Bike-Gewicht

Gewicht der E-Bikes, mit denen ADAC und TCS Kupplungsträger geprüft haben; Trägergewicht plus Räder muss unter der Stützlast bleiben

Quelle, 2025-04
500 bis 2.000 kg

Spanne gebremste Anhängelast

Spanne der gebremsten Anhängelast bei den hier gelisteten Modellen mit Freigabe (MG4 500 kg, MGS9 PHEV 2.000 kg)

Quelle, 20.10.2026

Worauf du achten musst

  1. Lies die Werte im Fahrzeugschein, nicht im Prospekt: Feld O.1 (gebremst), O.2 (ungebremst) und Ziffer 13 (Stützlast). Beim BYD Seal unterscheiden sich die Versionen: Comfort 750 kg, Excellence AWD 1.500 kg.
  2. Rechne die Stützlast gegen dein Vorhaben: Eigengewicht des Trägers plus Gewicht aller Räder muss darunter bleiben. Zwei E-Bikes mit je 30 kg plus Träger sind schnell über 70 kg.
  3. Frag den Händler, ob es eine Kupplung mit ABE für dein Modell und deine Version gibt, mit welchem Elektrosatz, und ob eine Freischaltung im Steuergerät nötig ist.
  4. Modelle ohne Anhängelast bekommen höchstens eine Kupplung für Fahrradträger. Damit darfst du keinen Anhänger ziehen, auch keinen kleinen.
  5. Plane mit halber Reichweite, sobald ein Wohnwagen hinten hängt, und mit 10 bis 25 Prozent weniger bei Fahrradträger oder Dachrädern.
  6. Prüfe vor dem Urlaub, ob deine Ladestationen mit Anhänger anfahrbar sind. Viele Ladebuchten sind quer angeordnet, dann musst du abkuppeln.
  7. Bei Plug-in- und Range-Extender-Modellen kann die Anhängelast anders sein als beim Elektro-Schwestermodell: Leapmotor B10 BEV keine, B10 Hybrid-EV 750 kg.

Was oft falsch erzählt wird

„E-Autos dürfen grundsätzlich keine Anhänger ziehen.“

Stimmt nicht. Viele dürfen, aber der Hersteller muss es freigeben. BYD Seal, Sealion 7, Tang, Leapmotor C10, MGS6, IM5 und IM6 haben 1.500 kg, der MGS9 PHEV 2.000 kg. Andere Modelle haben keine Freigabe.

„Mit viel Drehmoment zieht ein E-Auto jeden Anhänger.“

Zugkraft ist nicht das Problem. Die Anhängelast hängt an Kühlung, Bremsen, Struktur und der Typgenehmigung. Deshalb kann ein 300-kW-E-Auto 0 kg Anhängelast haben.

„Für den Fahrradträger brauche ich eine Anhängelast.“

Nein, nur eine freigegebene Kupplung und genug Stützlast. Es gibt Kupplungen, die nur für Träger zugelassen sind. Damit darfst du aber keinen Anhänger ziehen.

„Der Anhänger kostet mich 20 Prozent Reichweite, mehr nicht.“

Beim Wohnwagen hat der ADAC den Verbrauch bei 100 km/h verdoppelt gemessen. Nur ein kleiner, leerer Anhänger fällt mit rund 1 Prozent kaum ins Gewicht.

So machen es BYD, MG und Leapmotor

BYD gibt beim Atto 3 Evo, Seal (Excellence AWD), Sealion 7 (AWD-Versionen) und Tang je 1.500 kg gebremst frei, beim Seal Comfort und Sealion 7 Comfort 750 kg, beim Atto 2 DM-i und Dolphin G DM-i ebenfalls 750 kg. Dolphin, Dolphin Surf, Atto 2 und Seal U DM-i haben keine Anhängelast. Bei Leapmotor darf der C10 in beiden Antriebsarten 1.500 kg ziehen, der B10 Hybrid-EV 750 kg, der B10 BEV, B05, B03X und T03 nichts. MG liegt beim MG4 und MG4 Urban bei 500 kg, beim MGS5 bei 750 kg, bei MGS6, IM5, IM6 und HS PHEV bei 1.500 kg und beim MGS9 PHEV bei 2.000 kg, dem höchsten Wert der Übersicht. Für den Cyberster gibt es keine Angabe. Welche Kupplung es wo tatsächlich zu kaufen gibt, steht auf der Zubehörseite, dort ist der Stand je Modell notiert.

Passendes Zubehör, worauf du achtest

Modelle mit Anhängelast

BYD Atto 3 Evoab 44.990 € · 470 km–510 km · SUVBYD Sealion 7ab 49.990 € · 456 km–502 km · SUVBYD Tangab 75.000 € · 530 km · SUVBYD Atto 2 DM-iPlug-in-Hybridab 35.990 € · elektrisch 40 km–90 km · SUVMGS6 EVab 49.990 € · 485 km–530 km · SUV-CoupéMG HS PHEVPlug-in-Hybridab 39.990 € · elektrisch 100 km · SUVMGS9 PHEVPlug-in-Hybridab 44.990 € · elektrisch 100 km · SUVLeapmotor B10 Hybrid-EVRange Extenderab 32.900 € · elektrisch 86 km · SUVLeapmotor C10ab 38.600 € · 430 km–510 km · SUVLeapmotor C10 Hybrid-EVRange Extenderab 38.600 € · elektrisch 124 km · SUV

Häufige Fragen

Welches chinesische E-Auto darf 1.500 kg ziehen?

BYD Atto 3 Evo, Seal (Excellence AWD), Sealion 7 (Design/Excellence AWD), Tang, Leapmotor C10 (auch Hybrid-EV), MGS6, IM5, IM6 und MG HS PHEV. Der MGS9 PHEV darf 2.000 kg.

Kann ich an jedes E-Auto eine Anhängerkupplung nachrüsten?

Nur wenn der Hersteller eine Anhängelast oder zumindest eine Kupplung für Fahrradträger freigegeben hat. Ohne Freigabe trägt die Prüfstelle nichts ein. Frag vor dem Kauf beim Händler nach.

Wie viel Reichweite verliert ein E-Auto mit Wohnwagen?

Der ADAC hat an einem Kia EV6 bei 100 km/h eine Verdopplung des Verbrauchs gemessen. Rechne mit etwa der halben Reichweite, bei 80 km/h etwas mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Anhängelast und Stützlast?

Die Anhängelast ist das Gesamtgewicht des Anhängers, den du ziehen darfst. Die Stützlast ist das Gewicht, das senkrecht auf die Kupplung drücken darf. Für Fahrradträger zählt nur die Stützlast.

Reicht die Stützlast für zwei E-Bikes?

Das hängt vom Modell ab. Zwei E-Bikes mit je bis zu 30 kg plus Träger liegen schnell über 70 kg. Vergleiche die Summe mit Ziffer 13 im Fahrzeugschein, bevor du den Träger kaufst.

Hat der MG4 eine Anhängelast?

Ja, 500 kg gebremst beim MG4 und MG4 Urban. Das reicht für kleine Anhänger, nicht für Wohnwagen.

Quellen

  1. ADAC: Test zur Reichweite – Elektroauto mit Fahrradträger oder Anhänger (Kia EV6)adac.de · 9.8.2022
  2. meinauto.de: Fahrradträger im ADAC-Test (ADAC/TCS, 13 Kupplungsträger, Räder bis 30 kg)meinauto.de · 2025-04
  3. Auto Motor und Sport: Test E-Auto-Verbrauch mit Fahrradträger oder Anhängerauto-motor-und-sport.de · 2022-08
  4. ChinaPasst Modell-Steckbriefe (Anhängelasten aus den Hersteller-Broschüren und Preislisten BYD, MG, Leapmotor)chinapasst.sales-engine.app · 20.10.2026

Stand 20.10.2026. Keine Produktempfehlung, keine Kaufberatung im Rechtssinn.

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