
Ladekabel-Tasche und Adapter
Kabel liegen sonst lose im Kofferraum. Ein Schuko-Notladekabel ist für Urlaub ohne Wallbox praktisch, aber langsam.
Stauraum unter der vorderen Haube, wo sonst der Motor sitzt; gut fürs Ladekabel.
Frunk ist ein Kunstwort aus „Front“ und „Trunk“: der Stauraum unter der vorderen Haube, wo beim Verbrenner der Motor sitzt. Bei E-Autos bleibt dort je nach Bauweise Platz für 18 bis über 120 Liter. Für Käufer ist er vor allem die Antwort auf eine Alltagsfrage: Wohin mit dem Ladekabel, damit es weder im Kofferraum stört noch bei jedem Ladestopp unter dem Gepäck liegt.

Ein Elektromotor samt Leistungselektronik ist deutlich kleiner als ein Verbrennungsmotor. Sitzt der Antrieb hinten oder ist das Auto von Grund auf als E-Auto entworfen, bleibt vorn eine Wanne übrig, die der Hersteller mit einer Kunststoffbox oder einem Fach auskleiden kann. Das ist der Frunk. Der ADAC beschreibt ihn als zusätzlichen Kofferraum, der kein sperriges Gepäck aufnimmt, aber Ladekabel, Warndreieck und eine kleine Tasche.
Nicht jedes E-Auto hat einen. Bei Frontantrieb sitzt der Motor genau dort, wo sonst der Frunk wäre, und bei Modellen auf Verbrenner-Plattformen nutzt der Hersteller den Raum anders. Deshalb gibt es ihn beim MG4 und MG4 Urban nicht, beim BYD Atto 3 Evo dagegen mit 95 bis 101 Litern. Die Spanne bei den hier gelisteten Modellen reicht von 18 Litern (MG IM5) bis 124 Litern (MGS6). Ob ein Modell einen Frunk hat, steht im Steckbrief; fehlt die Angabe, hat der Hersteller keine gemacht.
Das Ladekabel ist der Hauptzweck. Typ-2-Kabel und Notlader liegen vorn, griffbereit, ohne dass du den Kofferraum ausräumst. Beim Laden stehst du ohnehin vorn oder seitlich am Auto, je nachdem, wo der Ladeanschluss sitzt. Dazu passen Warndreieck, Verbandskasten, Pannenset und Handschuhe. Der Frunk ist vom Innenraum getrennt und vor Wetter geschützt, deshalb eignet er sich auch für nasse Badesachen, schlammige Wanderschuhe oder den Müllbeutel vom Picknick, ohne dass es im Auto riecht.
Ab etwa 50 Litern, wie beim BYD Sealion 7 mit 58 oder beim Seal mit 72 Litern, passt zusätzlich eine Sporttasche oder der Wocheneinkauf für zwei Personen. Ab 100 Litern, wie beim MGS6 oder Atto 3 Evo, wird er zum echten zweiten Kofferraum für Kurzreisen. Bei 25 bis 30 Litern, wie beim Leapmotor B10 oder C10, bleibt es beim Kabelfach. Das ist nicht wenig: Genau dafür ist er gedacht.

Der Frunk ersetzt keinen Kofferraum. Schon beim Polestar 2 mit 35 Litern stellt der ADAC fest, dass sperriges Gepäck nicht hineinpasst, und die meisten chinesischen Modelle liegen in dieser Größenordnung. Die Öffnung ist oft nicht die ganze Haube, sondern ein Teil davon, und die Haube wiegt mehr als ein Kofferraumdeckel. Wie der Frunk aufgeht, unterscheidet sich stark: per Taste im Innenraum, über den Schlüssel, aus der App oder nur mit zwei Handgriffen an der Haubenentriegelung. Das solltest du beim Händler einmal selbst ausprobieren.
Dazu kommt die Temperatur. Der Frunk liegt über Elektronik und Ladegerät, die im Betrieb warm werden. Lebensmittel oder Elektronik gehören nach einer Schnellladung nicht hinein. Und bei Fahrzeugen, deren Modellseite und Broschüre unterschiedliche Werte nennen, wie beim BYD Seal (72 Liter in der Broschüre 2026, 53 Liter auf der Modellseite) oder beim Atto 3 Evo (95 gegenüber 101 Litern), hilft nur ein Blick in die Wanne mit dem eigenen Kabel in der Hand.
Der Frunk kostet nichts extra, er ist entweder da oder nicht. Wer keinen hat, braucht eine Kabeltasche mit Trennwand oder ein Fach unter dem Ladeboden, viele Modelle haben dort ein Staufach. Was er spart: den Platz im Kofferraum, den ein aufgewickeltes Typ-2-Kabel mit Tasche sonst belegt, und bei jedem Ladestopp das Umräumen. Einen Frunk nachzurüsten ist bei einigen Modellen anderer Hersteller möglich, braucht aber eine Abnahme. Für BYD, MG und Leapmotor gibt es dazu keine belegten Angebote. Rechne den Frunk deshalb nicht als Kaufgrund, sondern als Komfortpunkt: Er entscheidet nicht zwischen zwei Autos, aber er macht jeden Ladestopp ein Stück einfacher.
Frunk-Beispiele des ADAC: Polestar 2 Standard Range, BMW i3 (Kunststoffbox), Ford Mustang Mach-E; laut ADAC für Ladekabel, Warndreieck und kleine Tasche, nicht für sperriges Gepäck
Quelle, 3.6.2024Frunk des MGS6 EV laut MG-Pressemitteilung zum Deutschlandstart; größter Wert in unserer Übersicht
Quelle, 16.3.2026Frunk des BYD Atto 3 Evo laut Modellseite (die Broschüre nennt 95 l), Kofferraum 490 l
Quelle, 20.10.2026Frunk des BYD Seal laut Modellseite (mit Abdeckung); die Broschüre Seal 2026 nennt 72 l
Quelle, 20.10.2026Frunk des neuen BYD Seagull (chinesisches Pendant des Dolphin Surf); ob die europäische Version ihn bekommt, war im Oktober 2026 nicht bestätigt
Quelle, 30.9.2026Typische Spanne kleiner Kabelfächer gegenüber großen Frunks laut evkx.net; Frunk ist vom Innenraum getrennt und wettergeschützt
Quelle, 20.10.2026Nein. Frontantriebler und Modelle auf Verbrenner-Plattformen haben vorn keinen Platz. MG4, MG4 Urban und BYD Dolphin kommen ohne aus.
Nur bei 100 Litern und mehr, etwa beim MGS6 (124 l) oder BYD Atto 3 Evo (95 bis 101 l). Die meisten liegen bei 25 bis 60 Litern, das reicht für Kabel und Kleinkram.
Vor Nässe meist ja, vor Hitze nicht immer. Darunter sitzen Ladegerät und Leistungselektronik, die beim Laden warm werden.
Den größten Frunk hat der MGS6 mit bis zu 124 Litern, gefolgt vom BYD Atto 3 Evo (95 l laut Broschüre, 101 l laut Modellseite), BYD Seal (72 l Broschüre 2026, 53 l Modellseite) und BYD Sealion 7 (58 l). Kleine Kabelfächer bieten MG IM6 (32 l), Leapmotor C10 (30 l), Leapmotor B10 in beiden Antriebsarten (25 l) und MG IM5 (18 l). Ohne Frunk oder ohne belegte Angabe sind BYD Dolphin, Dolphin Surf, Atto 2, Tang und die DM-i-Hybride, Leapmotor T03, B03X, B05 und C10 Hybrid-EV sowie MG4, MG4 Urban, MGS5, Cyberster, HS PHEV und MGS9 PHEV. Für den Dolphin Surf ist ein 94-Liter-Frunk beim chinesischen Nachfolger Seagull angekündigt, für Europa aber nicht bestätigt. Wer keinen Frunk hat, findet auf der Zubehörseite Kabeltaschen und Adapter.

Kabel liegen sonst lose im Kofferraum. Ein Schuko-Notladekabel ist für Urlaub ohne Wallbox praktisch, aber langsam.
BYD Atto 3 Evoab 44.990 € · 470 km–510 km · SUV
MGS6 EVab 49.990 € · 485 km–530 km · SUV-Coupé
MG IM6ab 56.990 € · 545 km–625 km · SUV
Leapmotor B10ab 32.900 € · 450 km · SUV
Leapmotor C10ab 38.600 € · 430 km–510 km · SUVDer Stauraum unter der vorderen Haube eines E-Autos, wo beim Verbrenner der Motor sitzt. Das Wort setzt sich aus „Front“ und „Trunk“ zusammen.
BYD Atto 3 Evo (95 bis 101 l), Seal (53 bis 72 l), Sealion 7 (58 l), Leapmotor B10 (25 l), C10 (30 l), MGS6 (124 l), IM5 (18 l) und IM6 (32 l). MG4, MG4 Urban und BYD Dolphin haben keinen.
Ein Typ-2-Kabel passt schon in 25 Liter. Bei 50 Litern und mehr bleibt Platz für Notlader, Warndreieck und eine kleine Tasche.
Kurz ja, aber nicht nach dem Schnellladen: Unter dem Frunk sitzen Ladegerät und Leistungselektronik, die warm werden.
Bei einigen Modellen anderer Hersteller gibt es Nachrüstsätze mit Abnahme. Für BYD, MG und Leapmotor konnten wir kein Angebot belegen. Ohne Frunk hilft eine Kabeltasche oder das Fach unter dem Ladeboden.
Hersteller messen teils mit und ohne Abdeckung oder beziehen sich auf verschiedene Modelljahre. Beim BYD Seal stehen 53 l auf der Modellseite und 72 l in der Broschüre 2026. Im Zweifel zählt die Broschüre zu deiner Version.
Stand 20.10.2026. Keine Produktempfehlung, keine Kaufberatung im Rechtssinn.
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